07.09.2015

DUDES Ladies 1 bestehen ersten Test in Lüneburg

Am vergangenen Samstag (05.09.2015) testeten die DUDES Ladies 1 beim BB-Cup in Lüneburg und beendeten das Turnier mit 3 Siegen, 2 Niederlagen und viel gutem Essen.

Nach mehr als 2.5 kompletten Spielen bei der gemeinsamen Brotzeit.

[CF] Um 7:15 Uhr, also relativ früh, für manche sogar früher als an Arbeits- oder Unitagen, starteten die Ladies am Samstagmorgen in Richtung Lüneburg zu den ersten Testspielen der Saison 2015/2016! Der Kader begab sich, zwar etwas ausgedünnt (ohne Miriam Gutting, Desi Hernandes, Neele Hettwer, Kirsten Hoffmeyer und Alena Tusek), mit reichlich Verpflegung und Kaffee (von der Tanke) im Gepäck auf die knapp 2-stündige Reise. Ankunftszeit ca. 9:00 Uhr - fix die Anmeldung erledigt, Wasserkiste klar gemacht, in die Trikots, … und ab auf’s Feld. 10:00 Uhr stand das erste Turnierspiel, DUDES Ladies 1 vs. Bremen 1860, an. Gespielt wurde in der Vorrunde nur 2x10 Minuten gestoppte Zeit, dafür aber jeweils Hin- und Rückspiel gegen Bremen 1860 (2. RLN) und BG Hamburg West (1. RLN). Unterstützt wurde das Team zudem von Anne Schön, die trotz vor kurzem überstandener Kreuzband-OP meist sitzend und lautstark von der Seite half.

 

Das Sprinttraining von Freitag in den Knochen begann das erste Spiel holprig. Die DUDES, beginnend mit Karin Hessler, Claudia Graber, Mirjam Milsch, Geeske Weber und Claudia Fiedler, konnten zu Beginn die vorgegebene Marschroute „Fastbreak“  vom neuen Coach Philip Schriever nicht gut umsetzen. Aber wenn die Ladies einmal richtig Gas gaben, führte das auch immer wieder zu Layups und einfachen Punkten. Deniz Ekiz, Jenni Düker und Inga Schön gaben mit ihrer Einwechslung immer wieder gute Impulse für das gesamte Team. Trotzdem verspielten die Ladies kurz vor Ende fast noch den 10-Punkte Vorsprung und retteten sich zum mageren 3-Punkte Sieg (39:36) ins Ziel.

Ein Spiel Pause und ein ordentliches Frühstück später, sah die Welt schon ganz anders aus…als Außenseiter lebt es sich eben doch leichter. Gegen die körperlich überlegenen Spielerinnen (wir reden nur von Höhe!!!) von BG Hamburg West überzeugten die Ladies durch kluge Defence, Fastbreaks und ein „heißes Händchen“ von draußen. Sie lagen nahezu das gesamte Spiel in Front und gewannen am Ende verdient mit 35:24. Einziger Wermutstropfen: Geeske Weber hatte sich bereits im 1. Spiel das Sprunggelenk verstaucht und konnte, trotz Tape und Zähne zusammenbeißen, nicht mehr mitwirken.

Direkt im Anschluss startete das Rückspiel gegen Bremen 1860 mit nur noch 7 einsatzfähigen Spielerinnen. Während andere Teams eher gelähmt sind, wenn jemand ausfällt, legten die DUDES Ladies mit Inga, Mirjam, Karin und den beiden Claudis los wie die Feuerwehr. Bremen wirkte müde und erschöpft, die Ladies als hätten sie sich (beflügelt vom Sieg zuvor) grad erst warm gespielt. Mit dem Halbzeitstand von 26:6 war der Rest fast schon Geschichte (auch wenn Bremen die 2. Halbzeit für sich entscheiden konnte – Endstand 40:26).

Die Hamburgerinnen, nach der Niederlage vom Hinspiel sichtlich auf Revanche bedacht, spielten jetzt die Ladies an die Wand. Die Centerin war dieses Mal aufgrund von körperlicher Erschöpfung nur noch durch Fouls zu stoppen. Außerdem netzten sie den DUDES mindestens eine handvoll Dreier in die Reuse. Die Damen aus Linden hingegen hatten ihr Pulver schon verschossen, und so mühte man sich redlich, aber ohne Erfolg. Das Resultat war eine 15-Punkte Niederlage und damit der Verlust des durchaus möglichen Gruppensiegs (21:36).

 

Umso ärgerlicher, da man mit dieser Niederlage auf den „Überraschungs-Turniersieger“ (Ironie off) TK Hannover traf und ohne Coach eine deutliche 47-Punkte-Klatsche kassierte. Allerdings startete der Zweitligist nahezu mit seiner zweiten Fünf und so konnten die Ladies bis zum 14:12 sogar den Ton angeben. Nach der Einwechselung der Starting Five des Titelfavoriten, hatten die Ladies dann jedoch nicht den Hauch einer Chance. Dennoch kämpften sie aufopferungsvoll um jeden Ball und jeden Punkt, konnten dem Druck der Bundesliga-Spielerinnen aber nicht standhalten. Die DUDES Ladies verabschiedeten sich trotz der derben Niederlage achtungsvoll und vor allem als Team aus dem Turnier (mit den Interims-Coaches Geeske Weber und Anne Schön).

 

Das Spiel um Platz 3 (zum 3. Mal gegen BG Hamburg West) wurde mit einem Sektchen und Magnesiumdrinks unter der Dusche geregelt und entfiel, aufgrund mangelnder Spannung, der geringen Spieleranzahl und akuter Erschöpfung auf beiden Seiten.

Das gemeinsame Abendessen (während des Damenfinales) bildete einen gelungenen Abschluss. Nach einem erholsamen Sonntag auf der Couch, geht es für Coach Schriever und sein Team nächstes Wochenende zusammen mit der DUDES-Familie ins Trainingslager in den Leistungsstützpunkt nach Kienbaum.

In diesem Jahr leider ohne Hannover United, die in Hannover Ihren Tag der offenen Tür veranstalten. Herzlichen Glückwunsch von den Linden DUDES an Linda Dahle und ihrem Team zum Gewinn der Europa-Meisterschaft im Rollstuhl-Basketball.



11.08.2015

TKH Girls Day

Am Ende der Ferien wird der TKH erneut einen "Girls Day" anbieten. Das Camp ist für Mädchen im Alter von 7 bis 14 Jahren und findet vom 26. - 28.08. in der Sporthalle der Leibnizschule statt. Ob Anfängerin oder Vereinsspielerin, der Girls Day steht jedem Mädchen offen. Es geht vor allem um den Spaß an der Bewegung, um Zusammenarbeit und Teamgeist. Weitere Informationen gibt es unter http://www.tkh-basketball.de/index.php/aktionen/tkhgirlsday

 



27.07.2015

Lukas Lai gibt Einblicke in modernes Kraft- und Athletiktraining

Es war ein interessanter und für einige Teilnehmer ein körperlich intensiver Sonntagnachmittag in der Akademie des Sports. Lukas Lai gewährte den anwesenden Trainern der gestrigen Coach Clinic praxisorientierte Einblicke in seine Philosophie.

Lukas Lai beim erläutern seiner Trainingsphilosophie für Kraft- und Atheltiktraining im Basketball.


Nach einer kurzen Begrüßung durch Gastgeber Danny Traupe, welcher das Coaches Mentoring der DUDES betreut, übernahm Referent Lukas Lai das Wort. Der gebürtige Gießener fühlte sich in der Region Hannover gleich ein bisschen heimisch, hat er doch in Göttingen und Hildesheim seine physiotherapeutische Ausbildung absolviert. Daneben hat er bis heute diverse Fortbildungen in den Bereichen Physiotherapie, manuelle Therapie und Athletik, u.a. in der Akademie des Sports Hannover, besucht, um seinen Status als ambitionierter und erfahrener Physiotherapeut und Atheltiktrainer zu unterstreichen. Zudem ist er Mitglied eines Expertengremiums mehrerer Athletiktrainer aus der BBL die sich seit 2014 jährlich zu einem Symposium im Januar Bonn/Troisdorf treffen und Fortbildungsseminare anbieten.

Nach ein paar einleitenden Worten und einen kurzen Übersicht über die geplanten Themen bat Lai die 15 Teilnehmer zum Einstieg in das Thema Krafttraining direkt zur aktiven Teilnahme auf. Mit vier Testübungen für die Rumpfmuskulatur, statische Übungen, deren Haltedauer eines jeden Sportlers gemessen wird. Die auf diese Weise ermittelten Referenzwerte kann ein Trainer regelmäßig wiederholen, um so Trainingserfolge zu kontrollieren. "Die Rumpfmuskulatur ist die Basis für einen stabilen Spieler" betont Lai in seinen Erläuterungen, finden sich doch bei den meisten Spielern, gerade im Freizeit- und Hobbybereich, aber auch bei den Profis eben in der Körpermitte die größten muskulären Defizite. Bereits von Beginn an betont Lai die präventive Bedeutung seines Trainings für Sportler, egal ob bei Basketballspielern oder anderen. Er sieht in erster Linie den Sportler als Individuum im Zentrum seines Trainings, weniger die ausgeübte Sportart. Die gezeigten Testformen sind ideal für Jugendmannschaften in allen Leistungsbereichen. Eben diese Tests führt er in den DBB-Teams ab der U15 durch und ergänzt, dass "die Spieler der heutigen U18-Nationalmannschaft diejenigen sind, die vor vier Jahren die mit den besten Testergebnissen in den Bereichen Kraft und Athletik waren". Weitere Testformen mit dynamischen Aufgaben waren z.B. Liegestütze deren Rhythmus von einem Metronom (30 bpm) vorgegeben wurden. Anschließend stellte Lai im Kraftraum diverser Kräftigungsübungen vor, bei denen er deutlich macht, dass Geräte für das Krafttraining von gesunden Sportlern nicht funktionell sind. Lediglich für die Wiederherstellung von Mobilität nach Verletzungen sieht er einen sinnvollen Zweck im Gerätetraining. Sein Fokus liegt immer in der Verbesserung von Funktionalität und Bewegungsmustern, vorgegeben durch die Bewegungsabläufe der Sportart und nicht durch die der Maschinen im Kraftraum. Entsprechend frei waren die Übungen, die auf den ersten Blick nicht viel Neues in sich bargen: Bankdrücken, Klimmzüge, Latzug, Kreuzheben sowie ein- und zweibeinige Kniebeuge. Nach der Erläuterung verschiedener Übungen und der Anwendungsmethoden in der Offseason (eher hypertroph, Kraftaufbau) und dem Training innerhalb einer Saison (Supersatz-Methode, Ausgewogenheit zwischen Ober-, Unterkörper) durften sich die Teilnehmer selbst an den Übungen ausprobieren und am Beispiel verschiedener Supersätze unter Anleitung von Lai ausprobieren. Alle Übungen basieren auf dem Push-Pull-Prinzip für Arme und Beine.

Nach einer 15-minütigen Pause ging es wieder zurück, vom Fitnessraum in die Sporthalle um sich nun dem Athletiktraining zu widmen. Das Thema wurde von Lai systematisch in Warmup, Speed, Agility und Quickness und Powertraining zergliedert. 

Einleitend erläutert Lai den Aufbau seines sechs stufigen Aufwärmprogramms, dass mit einem "allgemeinen Warmup" in Kleingruppen oder als Team gestartet wird, gefolgt von korrigierenden Übungen (statischen Dehnungsübungen), 360°-Rumpfstabilität, Dynamic Stretch, Laufschule und einer abschließenden "Aktivierung" durch kurze Drills für Schnelligkeit und Reaktion. 
Um die Aktivierung des Herz-Kreislauf-Systems und des Bewegungsapparates anzuregen soll ein "general (allgemeines) Warmup" durchgeführt werden. Dies geschieht eigenständig durch die Spieler oder durch angeleitete Drills, je nach Trainingsgruppe und Möglichkeiten die ein Trainer mit seiner Mannschaft hat. Danach folgen sogenannte "korrigierende Übungen", statische Dehnungsübungen deren vorrangige Funktion korrigierend auf Immobilität und Verkürzungen des Bewegungsapparates wirken sollen. Als dritten Baustein setzt Lai bei der "Rumpfstabilität" an und setzt fort, wo er im Krafttraining bereits den Fokus hatte. Bekannte Übungen wie den Unterarmstütz werden hier angewendet, Lai baut aber gezielt Steigerungsstufen und Zeitkomponenten ein, die einen intensiveren Trainingseffekt verfolgen. Beim darauf folgenden "Dynamic Stretch" handelt es sich um eine Kombination aus dynamischen Dehnen und Stabilitätsübungen für den Rumpf. Abschließend wird mit der Durchführung einer Laufschule schon in den koordinativen Bereich hineingearbeitet. Vom Fussgelenkslauf bis hin zu Rhytmusläufen kann die Laufschule die Basics aus der Leichtathletik enthalten aber auch um Basketball typische Schrittfolgen ergänzt werden.
Im Anschluss an das Warmup standen Trainingsformen für die Verbesserung von "Speed, Agility und Quickness" an. Hierzu durften die gerade aufgewärmten Clinic-Teilnehmer gleich weiter machen - nach einer kleinen Pause aber erst, war doch das Warmup schon ordentlich schweißtreibend. Auch für Speed, Agility und Quickness ist es für Lai wichtig eingangs einen Status quo zu erheben und stellt dafür zwei Testformen vor, die sowohl die Eigenschaften Schnelligkeit, Geschicklichkeit und Wendigkeit einzelner Spieler in Erfahrung bringen. Die Ergebnisse sind sowohl für den Trainer, als auch für den Spieler selbst ein gutes Kontrollorgan, ob eben die genannten Eigenschaften gut oder weniger gut ausgeprägt sind und folglich verbessert werden müssen. Methodisch geht Lai nach dem Stufenmodell A, B, C vor. Das Modell verfolgt den Erwerb von koordinativen Grundfertigkeiten (A) hin zu anspruchsvolleren Übungen mit Bewegungselementen (B) bis schließlich zu Übungen wo der Athlet unter höchster Belastung (C) sein Können trainiert und verbessert. Der T-Test (Video) ist dabei eine Möglichkeit diese entsprechend zu prüfen, idealerweise mit einem Lichtschrankensystem.
Beim Power-Training packt Lai die guten alten Medizinbälle aus richtet schöne Grüße von Felix Magath an das Plenum. Mit seinem Übungsarsenal schließt Lai den Kreis zum Krafttraining aus dem ersten Clinic Block. Hier kommt es nun zu dynamischen Übungen um die Power - Lai versteht darunter eine Masse in kürzester Zeit maximal zu beschleunigen - eines Spieler zu verbessern. Unter intensivem Einsatz einiger Clinic-Teilnehmer hat Lai eine Auswahl an Übungen gezeigt, die letztlich für jeden Trainer mit einfachsten Rahmenbedingungen auch im Hobby- und Freizeitbereich umzusetzen sind und die Spieler schnell und effektiv verbessern können. Die Probanden fanden es zumindest gut und haben tatsächlich ein paar neue Grenzen und Herausforderungen am eigenen Leib unter professioneller Anleitung erleben dürfen. Die Begeisterung und das positive Körpergefühl war den Teilnehmern jedenfalls anhand der verschwitzten T-Shirts deutlich anzusehen.

Zum Abschluss diese aufschlussreichen Tages blieb Gastgeber Traupe nur noch ein ausführlicher Dank in Richtung des Referenten, die beide gemeinsam 2006 und 2007 für den SC Weende in Göttingen spielten. Nach dem Anruf von Traupe war es für Lai eine Ehrensache nach Hannover zu den DUDES zu kommen um eine Coach Clinic abzuhalten: Denn den Gefallen konnte er dem Mann, der ihm 2006 den Assist zu seinem einzigen Buzzer-Beater seiner aktiven Karriere gab und die Weender mit einem 3er in die Relegation für die 2. Regionalliga schoss. Basketball verbindet eben, auch über die aktive Zeit hinaus. In diesem Zuge bot Lai allen Teilnehmern noch einmal selbstverständlich und explizit an, dass sie sich bei Fragen gerne an ihn wenden mögen. Unter den Teilnehmern befand sich auch der NBV-Lehrwart Andreas Scheede, welcher es sich nicht nehmen ließ sich für die tolle und aufschlussreiche Coach Clinic bei den DUDES und bei Lukas Lai bedankte. Er betonte noch einmal die Wichtigkeit des Athletiktrainings in der Trainer Aus- und Fortbildung sowie für die Zukunft der niedersächsischen Kadermannschaften im Jugendbereich.

Infos zu Lukas Lai unter www.lukaslai.de



27.07.2015

Lukas Lai gibt Einblicke in modernes Kraft- und Athletiktraining

Es war ein interessanter und für einige Teilnehmer ein körperlich intensiver Sonntagnachmittag in der Akademie des Sports. Lukas Lai gewährte den anwesenden Trainern der gestrigen Coach Clinic praxisorientierte Einblicke in seine Philosophie.

Lukas Lai beim erläutern seiner Trainingsphilosophie für Kraft- und Atheltiktraining im Basketball.


Nach einer kurzen Begrüßung durch Gastgeber Danny Traupe, welcher das Coaches Mentoring der DUDES betreut, übernahm Referent Lukas Lai das Wort. Der gebürtige Gießener fühlte sich in der Region Hannover gleich ein bisschen heimisch, hat er doch in Göttingen und Hildesheim seine physiotherapeutische Ausbildung absolviert. Daneben hat er bis heute diverse Fortbildungen in den Bereichen Physiotherapie, manuelle Therapie und Athletik, u.a. in der Akademie des Sports Hannover, besucht, um seinen Status als ambitionierter und erfahrener Physiotherapeut und Atheltiktrainer zu unterstreichen. Zudem ist er Mitglied eines Expertengremiums mehrerer Athletiktrainer aus der BBL die sich seit 2014 jährlich zu einem Symposium im Januar Bonn/Troisdorf treffen und Fortbildungsseminare anbieten.

Nach ein paar einleitenden Worten und einen kurzen Übersicht über die geplanten Themen bat Lai die 15 Teilnehmer zum Einstieg in das Thema Krafttraining direkt zur aktiven Teilnahme auf. Mit vier Testübungen für die Rumpfmuskulatur, statische Übungen, deren Haltedauer eines jeden Sportlers gemessen wird. Die auf diese Weise ermittelten Referenzwerte kann ein Trainer regelmäßig wiederholen, um so Trainingserfolge zu kontrollieren. "Die Rumpfmuskulatur ist die Basis für einen stabilen Spieler" betont Lai in seinen Erläuterungen, finden sich doch bei den meisten Spielern, gerade im Freizeit- und Hobbybereich, aber auch bei den Profis eben in der Körpermitte die größten muskulären Defizite. Bereits von Beginn an betont Lai die präventive Bedeutung seines Trainings für Sportler, egal ob bei Basketballspielern oder anderen. Er sieht in erster Linie den Sportler als Individuum im Zentrum seines Trainings, weniger die ausgeübte Sportart. Die gezeigten Testformen sind ideal für Jugendmannschaften in allen Leistungsbereichen. Eben diese Tests führt er in den DBB-Teams ab der U15 durch und ergänzt, dass "die Spieler der heutigen U18-Nationalmannschaft diejenigen sind, die vor vier Jahren die mit den besten Testergebnissen in den Bereichen Kraft und Athletik waren". Weitere Testformen mit dynamischen Aufgaben waren z.B. Liegestütze deren Rhythmus von einem Metronom (30 bpm) vorgegeben wurden. Anschließend stellte Lai im Kraftraum diverser Kräftigungsübungen vor, bei denen er deutlich macht, dass Geräte für das Krafttraining von gesunden Sportlern nicht funktionell sind. Lediglich für die Wiederherstellung von Mobilität nach Verletzungen sieht er einen sinnvollen Zweck im Gerätetraining. Sein Fokus liegt immer in der Verbesserung von Funktionalität und Bewegungsmustern, vorgegeben durch die Bewegungsabläufe der Sportart und nicht durch die der Maschinen im Kraftraum. Entsprechend frei waren die Übungen, die auf den ersten Blick nicht viel Neues in sich bargen: Bankdrücken, Klimmzüge, Latzug, Kreuzheben sowie ein- und zweibeinige Kniebeuge. Nach der Erläuterung verschiedener Übungen und der Anwendungsmethoden in der Offseason (eher hypertroph, Kraftaufbau) und dem Training innerhalb einer Saison (Supersatz-Methode, Ausgewogenheit zwischen Ober-, Unterkörper) durften sich die Teilnehmer selbst an den Übungen ausprobieren und am Beispiel verschiedener Supersätze unter Anleitung von Lai ausprobieren. Alle Übungen basieren auf dem Push-Pull-Prinzip für Arme und Beine.

Nach einer 15-minütigen Pause ging es wieder zurück, vom Fitnessraum in die Sporthalle um sich nun dem Athletiktraining zu widmen. Das Thema wurde von Lai systematisch in Warmup, Speed, Agility und Quickness und Powertraining zergliedert. 

Einleitend erläutert Lai den Aufbau seines sechs stufigen Aufwärmprogramms, dass mit einem "allgemeinen Warmup" in Kleingruppen oder als Team gestartet wird, gefolgt von korrigierenden Übungen (statischen Dehnungsübungen), 360°-Rumpfstabilität, Dynamic Stretch, Laufschule und einer abschließenden "Aktivierung" durch kurze Drills für Schnelligkeit und Reaktion. 
Um die Aktivierung des Herz-Kreislauf-Systems und des Bewegungsapparates anzuregen soll ein "general (allgemeines) Warmup" durchgeführt werden. Dies geschieht eigenständig durch die Spieler oder durch angeleitete Drills, je nach Trainingsgruppe und Möglichkeiten die ein Trainer mit seiner Mannschaft hat. Danach folgen sogenannte "korrigierende Übungen", statische Dehnungsübungen deren vorrangige Funktion korrigierend auf Immobilität und Verkürzungen des Bewegungsapparates wirken sollen. Als dritten Baustein setzt Lai bei der "Rumpfstabilität" an und setzt fort, wo er im Krafttraining bereits den Fokus hatte. Bekannte Übungen wie den Unterarmstütz werden hier angewendet, Lai baut aber gezielt Steigerungsstufen und Zeitkomponenten ein, die einen intensiveren Trainingseffekt verfolgen. Beim darauf folgenden "Dynamic Stretch" handelt es sich um eine Kombination aus dynamischen Dehnen und Stabilitätsübungen für den Rumpf. Abschließend wird mit der Durchführung einer Laufschule schon in den koordinativen Bereich hineingearbeitet. Vom Fussgelenkslauf bis hin zu Rhytmusläufen kann die Laufschule die Basics aus der aus der Leichtathletik enthalten aber auch um Basketball typische Schrittfolgen ergänzt werden.
Im Anschluss an das Warmup standen Trainingsformen für die Verbesserung von "Speed, Agility und Quickness" an. Hierzu durften die gerade aufgewärmten Clinic-Teilnehmer gleich weiter machen - nach einer kleinen Pause aber erst, war doch das Warmup schon ordentlich schweißtreibend. Auch für Speed, Agility und Quickness ist es für Lai wichtig eingangs einen Status quo zu erheben und stellt dafür zwei Testformen vor, die sowohl die Eigenschaften Schnelligkeit, Geschicklichkeit und Wendigkeit einzelner Spieler in Erfahrung bringen. Die Ergebnisse sind sowohl für den Trainer, als auch für den Spieler selbst ein gutes Kontrollorgan, ob eben die genannten Eigenschaften gut oder weniger gut ausgeprägt sind und folglich verbessert werden müssen. Methodisch geht Lai nach dem Stufenmodell A, B, C vor. Das Modell verfolgt den Erwerb von koordinativen Grundfertigkeiten (A) hin zu anspruchsvolleren Übungen mit Bewegungselementen (B) bis schließlich zu Übungen wo der Athlet unter höchster Belastung (C) sein Können trainiert und verbessert. Der T-Test (Video) ist dabei eine Möglichkeit diese entsprechend zu prüfen, idealerweise mit einem Lichtschrankensystem.
Beim Power-Training packt Lai die guten alten Medizinbälle aus richtet schöne Grüße von Felix Magath an das Plenum. Mit seinem Übungsarsenal schließt Lai den Kreis zum Krafttraining aus dem ersten Clinic Block. Hier kommt es nun zu dynamischen Übungen um die Power - Lai versteht darunter eine Masse in kürzester Zeit maximal zu beschleunigen - eines Spieler zu verbessern. Unter intensivem Einsatz einiger Clinic-Teilnehmer hat Lai eine Auswahl an Übungen gezeigt, die letztlich für jeden Trainer mit einfachsten Rahmenbedingungen auch im Hobby- und Freizeitbereich umzusetzen sind und die Spieler schnell und effektiv verbessern können. Die Probanden fanden es zumindest gut und haben tatsächlich ein paar neue Grenzen und Herausforderungen am eigenen Leib unter professioneller Anleitung erleben dürfen. Die Begeisterung und das positive Körpergefühl war den Teilnehmern jedenfalls anhand der verschwitzten T-Shirts deutlich anzusehen.
Zum Abschluss diese aufschlussreichen Tages blieb Gastgeber Traupe nur noch ein ausführlicher Dank in Richtung des Referenten, die beide gemeinsam 2006 und 2007 für den SC Weende in Göttingen spielten. Nach dem Anruf von Traupe war es für Lai eine Ehrensache nach Hannover zu den DUDES zu kommen um eine Coach Clinic abzuhalten: Denn den Gefallen konnte er dem Mann, der ihm 2006 den Assist zu seinem einzigen Buzzer-Beater seiner aktiven Karriere gab und die Weender mit einem 3er in die Relegation für die 2. Regionalliga schoss. Basketball verbindet eben, auch über die aktive Zeit hinaus. In diesem Zuge bot Lai allen Teilnehmern noch einmal selbstverständlich und explizit an, dass sie sich bei Fragen gerne an ihn wenden mögen. Unter den Teilnehmern befand sich auch der NBV-Lehrwart Andreas Scheede, welcher es sich nicht nehmen ließ sich für die tolle und aufschlussreiche Coach Clinic bei den DUDES und bei Lukas Lai bedankte. Er betonte noch einmal die Wichtigkeit des Athletiktrainings in der Trainer Aus- und Fortbildung sowie für die Zukunft der niedersächsischen Kadermannschaften im Jugendbereich.

Infos zu Lukas Lai unter www.lukaslai.de
 



23.07.2015

Interview mit Philip Schriever

Seit einigen Wochen haben die DUDES im Damenbereich einen neuen Coach. Im Interview stand er uns Rede und Antwort.

Für alle, die Dich nicht kennen: stelle Dich doch mal bitte vor und beschreibe Deinen bisherigen sportlichen Werdegang als Spieler und Trainer.

Ich versuch es kurz zu machen: vor gut 18 Jahren habe ich die Liebe zum Basketball entdeckt und fast zeitgleich die goldenen Fußballschuhe an den Nagel gehängt. Meine aktive Zeit als Spieler habe ich komplett beim TKH verbracht, wo ich neben sportlichen Erfolgen vor allem unglaublich gute und fördernde Trainer kennenlernen durfte, von denen ich mir inhaltlich, aber auch menschlich eine Menge abschauen konnte.
Dieses Wissen hat mir dann erst im Jugend-, kurze Zeit später im Herrenbereich des VfL Grasdorf bei meinen ersten Erfahrungen als Trainer extrem weitergeholfen, und mir dann auch die Chancen geboten, mehrere spannende Jahre mit den VfL-Damen in der Regionalliga an der Seitenlinie aktiv zu sein.
Und jetzt nach knapp 4 Jahren Familienpause juckt es wieder in den Fingern.

Du hast das Team ja jetzt schon ein paar mal zusammen gehabt; welche Eindrücke hast Du bisher von den Mädels?

Einige der Spielerinnen kenne ich ja noch von früher, zudem habe ich mir vor meiner Entscheidung ein paar Spiele in der vergangenen Saison angesehen. Für mich ist das Wichtigste, dass wir Vollgas geben - und das bestätigen die Mädels in den Einheiten bisher komplett. Sie bringen viele gute Basics mit, sind dabei aber absolut lernhungrig, wollen voll Attacke machen, und neues gleich und sofort umsetzen - manches Mal sind sie dabei noch ein wenig zu ungeduldig und zu selbstkritisch: gut Ding will Weile haben. Aber: alles gut.

Welche Ziele hast Du mit dem Team (kurz-, mittel- und langfristig)?

Gilt für alle 3 Zeithorizonte: es soll einen Sinn ergeben, was wir da tun. Mein Ziel ist, als besseres Team aus der Halle zu gehen, als das wir reingegangen sind. Das gilt für Training und Spiel gleichermaßen. Wenn wir dabei dann auch noch besser sind als die anderen, ist es vollkommen ok, einen rosa Zettel in der Tasche mit nach Hause zu nehmen. Wohin das führt: wir werden sehen.

Welche Art Basketball willst Du spielen lassen?

Welche Arten gibt es denn? Ich kenne bisher nur Team-Basketball. Das hat für mich immer Sinn gemacht, warum sollte ich daran also etwas ändern. Wir haben einige individuell recht gute Spielerinnen in unseren Reihen, also sollten wir diese Kräfte zusammenwerfen und ein starkes Team daraus machen. Außerdem glaube ich: 1 gg. 5 ist unfair.

Was machst Du, wenn Du nicht gerade auf der Arbeit bist oder am Spielfeldrand stehst?

Ähhm, wenn mit Spielfeldrand auch der Rand der Kinderspielfelder zu Hause gemeint ist, dann gibt es diese Zeit nicht.

Welches war als Kind/Teenager Dein Lieblings-NBA-Team und Dein Lieblings-Spieler?

Ich fand Roncalli immer besser als die NBA. Und da ist mein Lieblingsteam Bernhard Paul als Clown Zippo mit Fancesco Caroli und Angelo Munoz im legendären Sketch "Bienchen Bienchen, gib mir Honig".

Welche ist Deine Lieblings-Big-Lebowski-Szene?

google -> "big lebowski beste szene".
Oh ja...
"Dude: Mann, wenn mich meine bekackte Exfrau fragen würde, ob ich auf ihre bekackte Töle aufpasse so lange sie mit ihrem Stecher auf Honolulu ist, würde ich ihr kräftig ins Hirn kacken."
(ich sollte diesen Film wirklich mal sehen...)



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